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Rekorder

Im Gespräch mit Pana

By on 21. Januar 2016

Pana ist Bloggerin und schreibt auf ihrem Blog takeoffandtravel.

Der Name lässt es schon vermuten. Es geht vorrangig darum rauszugehen und die Welt zu entdecken. Und in Panas Fall vor allem mit dem Surfbrett. Seit November 2014 ist die Stuttgarterin unterwegs. Die Mission: Einmal die Welt umsurfen. Diese Mission ist mittlerweile erfüllt. Aber schon vor ihrer Rückkehr nach Deutschland stand für Pana fest, dass es bald wieder da raus gehen muss. Ein paar Fragen an eine surf-addicted Frau mit großem Herz und freiem Geist in den sie uns nun einmal mehr blicken lässt.

Was war denn deine größte Angst, der du dich vor Beginn deiner langen Reise widersetzen musstest?

Große Ängste haben mich so einige begleitet. Die wohl größte Angst vor Entschluss zu dieser Reise war es, meine Familie, meine Freunde und meine damalige Band zu enttäuschen. Die Ansage an alle war tatsächlich auch nicht einfach. Dennoch weiß ich heute, dass ich genau das Richtige getan habe: Meine Familie ist nach anfänglicher Fassungslosigkeit nun absolut stolz auf mich und die meisten meiner Freunde haben mich von Beginn an sehr supportet und tun es auch heute noch. Dass ich die Band verlassen habe, ist bis heute ein Verlust für mich. Ich kann ihn dennoch verkraften, weil ich weiß, dass man nicht alles im Leben gleichzeitig haben kann und dass die Band einen sehr guten Ersatz für mich gefunden hat. Für das Verfolgen eines Traums muss man manchmal Opfer bringen. Klingt für Menschen, die nichts mit Bandleben zu tun haben evtl. nicht nachvollziehbar, aber so eine Band ist wie eine Beziehung – und diese Beziehung war 6 Jahre lang wunderbar und wird mir in guter Erinnerung bleiben.

Eine viel größere Angst ab Entscheidung zur Reise waren aber all diese neuen Unsicherheiten. Alleine reisen kannte ich schon von meinem ersten großen Trip um die Welt 2010. Darauf habe ich mich gefreut. Aber mit einem Surfbrett? Viele meinten, das sei zu stressig, zu schwer – lieber unterwegs was leihen – aber für mich war klar: Ich will es tun! Einmal um die Welt – mit meinem Surfbrett – denn ich will aus dem Flieger raus und sofort in die Wellen ohne mir jedes Mal was neues organisieren zu müssen.

Gesagt, getan! Ich würde es genauso wieder tun!

Du schreibst sehr emotional und persönlich und man kann aus deinem Blog nicht nur viele Infos rund ums Surfen und Langzeit-Reisen ziehen, sondern diesen auch durchaus als Motivations-Plattform sehen. Wo siehst du denn die Haupt-Intention hinter takeoffandtravel und wer sollte da unbedingt mal reinschauen?

Als ich meine Reise geplant habe, wusste ich überhaupt nicht, wo ich anfangen soll. Ich habe Surferfahrene nach all ihren Tipps gefragt, wollte ihnen aber natürlich nicht auf den Sack gehen.

Zu der Zeit habe ich viele tolle Blogs entdeckt, die viele Tipps zum Reisen geben und motivieren. Aber damals gab es kaum Blogs, die das im Bezug auf Surfen tun (anders als heute). Da ich auch schon 2010 einen Blog für Familie und Freunde geschrieben hatte und ich das sowieso wieder getan hätte, dachte ich: Wieso nicht meinen Blog professioneller aufziehen, der viel mehr Menschen erreicht, die vielleicht die selben Fragen und Unsicherheiten haben wie ich?

Meiner soll alles zum Thema Surf-Weltreisen enthalten und meine persönlichen Erfahrungen weitergeben, damit sich Leute auf größere Surf-Langzeitreisen besser vorbereiten können, aber damit sie auch wissen, was auf sie zukommen könnte. Authentisch mit allen Höhen und Tiefen – und dass es doch meistens einen Ausweg gibt.

Menschen sollen sich mit ihren Fragen an mich wenden können. Und genau das tun sie. Ich freue mich riesig, dass der Blog seinen Sinn erfüllt!

Mit der Zeit hat sich eine weitere Gruppe rauskristallisiert: Der Blog erreicht viele Menschen, die sich durch den Blog motiviert fühlen, in ihrem Leben mehr darauf zu achten, was sie sich wirklich wünschen und was sie glücklich macht anstatt sich mit Stress und unguten Bedingungen zufrieden zu geben.

Diese Menschen sollen unbedingt motiviert werden, sich zu trauen, sich von negativen Einflüssen im Leben zu trennen und sich auf das konzentrieren, was sie glücklich macht: Eine Reise, energieschenkende Menschen, Zeit für ein gutes Buch, der Kaffee in der Morgensonne auf dem Balkon… egal was!

takeoffandtravel

Nach einem kurzen Aufenthalt in Deutschland bist du seit ein paar Wochen wieder unterwegs und damit schon über ein Jahr auf Achse. Wie finanzierst du dein Reisen?

Ich wünschte, ich könnte jetzt sagen: Hier ist die heimliche Formel, um schnell ans große Geld zu kommen und um die Welt zu surfen. Die Wahrheit lautet: Wie jeder andere normale Mensch musste ich arbeiten und sparen bzw. hatte ich schon Geld angespart, um irgendwann vielleicht mal wieder größere Reisepläne zu erfüllen oder ähnliches. Das war aber lange nicht genug. Also habe ich alles verkauft, was irgendeinen größeren Wert hatte: Mein geliebtes, erstes eigenes Auto, auf das ich 2 Jahre lang hart gespart hatte, Bassequipment, Klamotten, Technisches – Alles, was Geld bringt. Und zack: Konto ausreichend gefüllt.

Außerdem habe ich unterwegs immer wieder irgendwo gegen Unterkunft gearbeitet, um zumindest meine Ausgaben gering zu halten. In Portugal (meine letzte Station) konnte ich dann 2,5 Monate wieder Geld verdienen.

Gibt es schon die ein oder andere Idee um takeoffandtravel zu monetarisieren? Vielleicht einen guten Ratgeber oder Online-Kurse?

Es gibt auf jeden Fall Ideen. An der einen oder anderen arbeite ich bereits. Mehr will und kann ich aber noch nicht sagen. Ich bin kein Fan davon, von ungelegten Eiern zu erzählen.

Was ich aber ganz deutlich sagen will: Ich habe den Blog nicht begonnen, um davon zu leben. Es war eher so: Ich gebe meine Erfahrung weiter und wenn ich durch den einen oder anderen Affiliate-Link ein paar etxra Kröten für meine Reisekasse einfahren kann, indem ich einen guten Tipp gebe, den ich sowieso gegeben hätte (zum Beispiel durch die Empfehlung meiner Kreditkarte oder meines Rucksacks), warum nicht. Für mich ist aber ganz klar, dass ich wirklich nur das empfehle, was ich gut finde. Ich bekomme öfter Anfragen von Unternehmen, Produkte zu bewerben, die mir persönlich aber nicht zusagen oder die ich persönlich nicht nutzen würde. Ich lehne ab, egal wie gut die Firma zahlen würde.

Außerdem lehne ich bewusst Links von bestimmten Großunternehmen ab, weil ich die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter nicht unterstützen will. Dabei sind diese Links wirklich eine einfache Einnahmequellen für Blogger.

Gab es bisher den einen Moment an dem du ganz ernsthaft an deinem Vorhaben gezweifelt hast und kurz davor warst die Zelte abzubrechen?

Es gab einen Moment, an dem ich wirklich am Ende war und überzeugt war, dass diese Reise hiermit zu Ende ist! Die Story dazu kann gerne auf meinem Blog nachgelesen werden: „Flughafendesaster Nr. 2! Shit happens – aber wie oft?“

Du hältst dich gerade in Neuseeland auf und arbeitest zum zweiten Mal für eine etwas längere Zeit als Surflehrerin an einem festen Ort. Dürfen wir denn von der Zukunfts-Pana etwas mehr Ortsgebundenheit in nächster Zeit erwarten?

Ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung, was in Zukunft passieren wird! Die Ortsgebundenheit resultiert aus leeren Reisekassen, nicht aus der Unlust am Reisen. Wobei es schon auch immer wieder schön ist, länger an einem Ort zu sein und sich Zuhause zu fühlen.

Aber sobald meine Reisekasse wieder gefüllt ist, würde ich gerne weiterziehen und neue Surfspots entdecken. Noch stehen einige Wellen und Orte dieser Welt auf meiner Liste, die ich surfen will!

Langfristig gesehen ist das aber natürlich auch eine Frage, die mich immer wieder mal beschäftigt! Aber dann kommt mir wieder der Grundgedanke in den Sinn, der mich seit letzten Jahr erfolgreich lenkt und leitet: Mache einfach, was dich glücklich macht und genieße! Alles andere wird sich ergeben!

Mehr zu Pana findest du auf Ihrem Blog takeoffandtravel, auf Facebook und auf Instagram.

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Oliver Haas
Hamburg

Hi! Ich bin Olli und freu mich sehr, dich auf Wolfsmilch begrüßen zu dürfen! Seit 2015 arbeite ich im Sommer für eine Festivalreihe in Hamburg und im Winter zieht es mich in wärmere Gefielde. Nebenbei begann ich als Freelancer im Webbereich und taste mich nun langsam heran an das Leben, das ich führen möchte. Das Leben als Digitaler Nomade. Also unabhängig mein Geld mit Dingen verdienen, die mir Spaß bringen. Und das nahezu von jedem Ort der Welt aus. Meine Erfahrungen möchte ich hier mit dir teilen. Im "Rucksack" wirst du Artikel und Stories rund ums Reisen und alles was dazu gehört finden. "Laptop" versorgt dich mit Wissen und Anregungen über das Arbeiten als Digitaler Nomade und Freelancer. Und "Rekorder" stellt dir interessante Menschen vor, die etwas gemeinsam haben: Sie alle haben ihr Ding durchgezogen. Tust du das auch?

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