Reisen und arbeiten verbinden
Laptop

Was sind Digitale Nomaden und wie machen die das?

By on 18. April 2016

Der Job „Reisen“?

Reisen und arbeiten verbinden? Von überall Geld verdienen? Mit einem Blog Geld verdienen? Digitale Nomaden? Der Begriff kursiert ja mittlerweile garnicht mehr so unauffällig in vielen Kanälen. Sogar große Wochenzeitungen haben darüber berichtet oder sich einen Vertreter zum Interview eingeladen. Trotzdem fragen mich viele Bekannte, Bekanntschaften und vor allem meine Oma, was Digitale Nomaden eigentlich sind und machen.

Was sind Digitale Nomaden?

Die einfachste Definition ist wohl:

Ein Mensch der ortsunabhängig durch verschiedene Einkommensmöglichkeiten sein Geld verdient.

oder

Ein Mensch, der das Digitale Zeitalter nutzt um, abseit der bisherigen Norm einer selbstständigen Tätigkeit nachzugehen.

Das funktioniert in der Regel online und mit dem Laptop. Und kann, aber muss nicht jede Woche von einem anderen Ort in der Welt aus geschehen. Dabei arbeitet der Digitale Nomade entweder als Freelancer, also bietet als Selbstständiger Dienstleistungen an. Hier findest du oft Texter, Grafiker, Fotografen, Programmierer, Blogger, Übersetzer, App-Entwickler, Social-Media-Spezialisten oder Coaches und Trainer.

Die andere oder auch zusätzliche Möglichkeit neben dem Anbieten von Dienstleistungen ist das Aufziehen eines eigenen Business. Da werden dann mehr oder weniger sinnvolle Apps entwickelt, Online-Kurse zu einem bestimmten Thema ins Leben gerufen oder auch physische Produkte vertrieben. Dabei greift der Unternehmer dann in vielen Fällen wieder auf Freelancer zurück. Zum Beispiel wenn er eine tolle Idee für eine App hat, diese aber selbst nicht programmieren kann oder selbst nur ein sehr grausiges Logo hinbekommt und ein guter Designer einfach die bessere Wahl ist.

Alle oben genannten können ihre Tätigkeiten als Digitale Nomaden ausüben. Denn sie erfüllen die zwei nötigen „Bedingungen“ dafür:

  • Ihr Job funktioniert digital.
  • Sie brauchen meist nur einen Rechner und wenig zusätzliches Equipment um ihre Arbeit zu erledigen.

Sie können also mit einer Internetverbindung an jedem Ort der Welt arbeiten, egal ob für Kunden oder ihr eigenes Business. Aber wie gesagt, sie müssen nicht. Denn es gibt natürlich auch Unternehmer, die das ganze Jahr mehr oder weniger von ihrem Berliner Büro aus arbeiten. Oder eben zu Hause. Nomade muss man nicht, man darf. Digital schon eher, aber auch hier gibt es Nomaden, die weniger auf das Internet angewiesen sind. Hier fallen mir Yoga- oder Tauchlehrer ein. Diese heuern dann an Yoga- oder Tauchschulen und sind dann streng genommen wieder ein Teil einer Dienstleistung, die auch über das Internet angeboten wird.

In diesem YouTube-Video spreche ich über die Definition des Digitalen Nomaden, über Reisen und Online arbeiten und gehe auch auf verschieden Arten der Nomaden ein.

 

Reisen und Arbeiten verbinden – geht das?

Ja und nein. Die Infrastruktur ist in vielen Ländern mittlerweile so gut ausgebaut, dass du ohne Probleme schon vor Beginn deiner Reise eine Unterkunft buchen, deine Hood nach Cafés, Shops und anderen Freizeitmöglichkeiten und im Bedarfsfall auch nach einem geeigneten Spot zum Coworken ausspähen kannst. Allerdings solltest du vor deinem ersten Trip als Digitaler Nomade ein paar Punkte beachten:

  1. Egal ob Freelancer oder Unternehmer: Hast du öfter mal Skype-Calls, Deadlines oder andere zeitliche Verpflichtungen?
  2. Ziehst du es vor langsam zu reisen und in eine andere Kultur etwas tiefer einzutauchen? Schließlich will man ja nicht nur arbeiten.
  3. Legst du wert auf eine Community und Austausch mit anderen Digitalen Nomaden?

Kannst du diese Fragen mit „Ja“ beantworten, dann empfehle ich dir deine Reise erstmal nicht übermässig vorzuplanen.

An einem Ort länger zu verweilen bietet dir eben nicht nur die oben genannten Möglichkeiten sondern verschafft dir auch Vorteile:

  • Denn du springst nicht von einem Ort zum anderen und kannst dadurch wesentlich produktiver arbeiten.
  • Du sparst oft Geld beim Buchen einer Unterkunft oder eines Coworking-Spots, weil längere Buchungen meistens günstiger sind.
  • Dadurch, dass du vielen Leuten dann öfter begegnest, fällt es dir leichter eine Homebase far away from home aufzubauen. Und Menschen, die schon länger an diesem Ort leben, sind immer eine wertvolle Quelle für heiße Tipps.

Die Wahl deiner Location ist also schon ausschlaggebend und auch abhängig von deinen Zielen und deiner Arbeitsweise. In meinen 3,5 Monaten durch Asien habe ich sehr gut in Coworking Spaces in Thailand und auf Bali arbeiten können. Dazwischen war ich mit helpx einen Monat bei einer Gastfamilie in Nepal.

Mit durschnittlich 4 Stunden Strom und Internet am Tag konnte ich dort leider kaum produktiv online arbeiten. Das hat mich die ersten Tage auf frustriert. Glücklicherweise habe ich meinen Kunden darauf vorbereitet und dementsprechend auch schon etwas vorgearbeitet. Nach ein paar Tagen habe ich dann aber festgestellt, dass mir die Offline-Zeit extrem gut tut. Ich hatte viel Zeit zu lesen, zu schreiben und ein paar Pläne für die Zukunft zu schmieden. Ich bin extrem dankbar für diese Zeit und werde bald mal wieder einen Offline-Nur-Für-Mich-Pause einlegen.

Interessierst du dich für Volunteering in anderen Ländern? Du hast Lust mal abseits der Touristenpfade bei Menschen in einem fremden Land zu leben? Ich kann es nur empfehlen. Lies hier mehr über meine Zeit in Nepal.

Reisen und Arbeiten verbinden

Wie werde ich Digitaler Nomade?

Wahrscheinlich bist du auf Wolfsmilch gelandet, weil du dich für das Thema Digitales Nomadentum interessierst und dir vielleicht sogar vorstellen kannst, selbst mit deinem Laptop loszuziehen. Dann hast du wahrscheinlich schon den ersten Schritt gemacht. Denn außer der Gang zum Amt, um dein Gewerbe anzumelden ist vor allem eins das allerwichtigste: Wille!

Du musst Bock darauf haben! Bei mir hat der finale Schritt ziemlich lange gedauert, obwohl ich schon seit einiger Zeit anderen Nomaden in deren Büchern und Blogs gefolgt bin. Vor einem Jahr habe ich mir dann eingestanden, dass dieses halbherzige Umsehen nach einer festen Stelle oder einem weiteren Praktikum nur der von allen Seiten eingebleuten Angst vor der Ungewissheit entgegenwirken soll. Geht es dir da genauso? Just fucking do it!

In meinem Artikel 5 Grundlagen für den Digitalen Nomaden bin ich tiefer auf die ersten Schritte als Digitaler Nomade eingegangen und gebe auch ein paar Tipps und Links zu Communities und nützlichen Tools.

Dich interessiert vor allem auch der Einstieg als Freelancer in die Selbstständigkeit? In Freelancer werden in 8 Schritten erfährst du mehr.

 

Wie verdienen Digitale Nomaden Geld?

Weiter oben habe ich ja bereits ein paar Berufe und Beschäftigungsfelder aufgelistet, mit denen man als Digitaler Nomade Geld verdienen kann. Zu unterscheiden ist dabei eben, ob das Geld als Freelancer, als Unternehmer oder auch durch beides eingenommen wird. Viele Digitale Nomaden starten als Freelancer und bieten ihr Know-How als Dienstleistung an. Das klingt jetzt krasser als es ist, denn du musst in den meisten Bereichen kein Experte sein um deine Kunden glücklich zu machen. Vielmehr zählt auch hier der Wille, etwas Kreativität und Lernwillen. Die Arbeit die du ablieferst muss einfach gut sein. Schreibst du gerne? Dann biete dein Können als Texter und Copywriter an. Leute, die gut texten können sind im Digitalen Zeitalter sehr gefragt. Ich selbst verdiene gerade einen größeren Teil meiner Freelancer-Brötchen mit dem Schreiben. Natürlich bietet es sich dann auch an, mit einem eigenen Blog Geld zu verdienen.

Zählst du eher zu den unternehmerischen Digitalen Nomaden entsteht im Idealfall ein erheblicher Teil deiner Einnahmen passiv. Das heißt, für dieses Geld investierst du, anders als der Freelancer nicht ständig Zeit. Klar, das Produkt oder der Dienstleistungsservice (bsp. Online-Kurse) wurden vorher entwickelt und ausgearbeitet. Aber nach dem Release solltest du dich mit einem guten Marketing erstmal über viele Bestellungen und Käufe deines Produkts freuen ohne dass du direkt weiter daran arbeiten musst.

Viele Digitale Nomaden versuchen so ein passives Einkommen auch ohne ein eigenes Produkt zu generieren. Das funktioniert zum Beispiel mit Affiliate-Marketing (Empfehlungs-Marketing). So empfehlen viele Blogger Produkte weiter, die sie selbst für gut empfinden. (Siehst du die Banner mit der DKB-Kreditkarte und der HanseMerkur-Auslandskrankenkasse hier rechts? Beide kann ich sehr empfehlen und bekomme dafür eine kleine Provision, wenn du sie hier über Wolfsmilch bestellst.)

Es gibt auch die Möglichkeiten, ausschließlich Affiliate-Webseiten zu bauen. Also eine Seite, auf der du über ein spezielles Produkt oder eine Produktgruppe schreibst, diese empfiehlst und dann mit Affiliate-Links zu zB Amazon versiehst. So bekommst du für jeden Kauf bei Amazon, der über deine Seite zustande gekommen ist eine Provision.

Du siehst, dass es einige Möglichkeiten gibt, sich ein Einkommen zu schaffen. In erster Linie musst du einfach viel dafür tun. Und davon ausgehen, dass du dich am Anfang erstmal ganz schön durchbeißen musst. Aber so ist das als Selbstständiger. Du machst es eben selbst.

Und jetzt schließt sich der Kreis wieder. Denn wenn du das Budget hast, musst du auch nicht alles selbst machen. Viele Freelancer oder Digitale Nomaden bieten dir gerne ihre Dienste an. Schreiben, Recherche, Online-Marketing, Programmierung? Du findest Hilfe. Schau da auch unbedingt nochmal in meinen Blogartikel über die ersten Schritte als Digitaler Nomade rein.

 

Warum möchtest du Digitaler Nomade sein?

  • Weil ich von überall aus arbeiten möchte!
  • Weil ich mich in einem Bürojob niemals wohlfühlen würde!
  • Weil es mir Spaß macht zu schreiben, um damit anderen Menschen helfen zu können!
  • Weil ich es spannend finde, mir etwas eigenes aufzubauen um davon leben zu können!
  • Weil ich nein sagen möchte, zu Arbeit die mir überhaupt keinen Spaß macht!
  • Weil es super ist, in eine Community reinzufinden, in der Austausch und sich gegenseitig helfen ganz oben steht!
  • Weil ich dadurch Leute kennen lerne, die mich pushen und positiv beeinflussen!
  • Weil ich Risiken gern in Kauf nehme um am Ende ein Leben zu führen, das ich selbst und frei gestalten kann!
  • Weil es Spaß macht, mir selbst Skills und neues Wissen beizubringen!
  • Weil ich meine Zeit nicht mit sinnlosen Meetings und Besprechungen verschwenden möchte!
  • Weil ich nicht für das Glück und das Einkommen eines anderen Menschen arbeiten möchte!
  • Weil es immer einfacher wird zu reisen und an anderen Orten zu leben!
  • Weil Reisen und Arbeiten für mich die perfekte Life-Balance darstellt!

 

Was sind Digitale Nomaden nicht?

Klar fotografieren wir uns mal gerne mit dem Laptop am Strand. Aber ganz ehrlich: Wer arbeitet denn wirklich so? Es ist knalle heiß, die Sonne brennt und du musst deinen Augen bis zum Abwinken zusammenkneifen, weil du kaum etwas auf dem Bildschirm erkennst. Niemand kann so arbeiten.

Doch irgendwie ist das halt auch Anfang 2016 immer noch die Ansicht vieler Menschen. Auch derer, die Wochenzeitungen lesen. Sicher gibt es Leute, die den Irrglauben haben, als Digitaler Nomade irgendwie schnelles Geld zu machen. Überhaupt, „Im Internet Geld verdienen“ wird ja gerne mal als leicht angepriesen. Doch sollte man schon zwischen den Zeilen lesen und überhaupt, sich erstmal verdammt gut informieren. Deshalb nochmal mein Tipp: Lese Blogs und Bücher, höre Podcasts zu dem Thema und picke dir raus, was auf dich, deine Fähigkeiten und Interessen zutrifft.

Ein Digitaler Nomade ist im Idealfall also kein umtriebiger Dauerurlauber mit dem Job „Reisen“ ohne Ziel und Plan, ohne Willen einer „richtigen“ Arbeit nachzugehen.

Digitaler Nomade ist man aus Leidenschaft. Nicht weil man zu faul zum Arbeiten ist.

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5 Comments
  1. Antworten

    Shi

    11. Juli 2016

    Hi Olli!

    Toller Blog den du hier hast! Hab schon einige Informationen für mich da heraus gelesen. Ich werde selber, das Leben als digitale Nomadin starten. Bin noch in der Schaffensphase.
    Schon lange schiebe ich meinen Traum, eine Weltreise zu machen über eine längere Zeit, vor mir her. Dies soll nun Wirklichkeit werden und wenn ich es schaffe von unterwegs mein Leben zu finanzieren, um so besser.

    Der Beruf aus dem ich starte, ich bin gelernte Binnenschifferin, verrät auch schon, das es mich nirgends zu lange hält. Doch selbst in solchen Berufen geht es nur noch um schneller, effizienter, gewinnorientierter. Dadurch bleibt kaum Zeit für sich selbst. Die Schiffe fahren mit Mindestbesatzung und die Häfen liegen weit ausserhalb der Städte, oft sind die Umschlagstellen sogar eingezäunt, so das man gar nicht auf Entdeckungstour gehen kann, wenn man mal Freizeit hat.

    Jetzt suche ich ein Leben, in dem ich noch weiter herum kommen kann. 🙂

    Mit freundlichen Grüßen
    Shi

  2. Olli
    Antworten

    Olli

    13. Juli 2016

    Hi Shi!

    Wow, was für ein außergewöhnlicher Job! Umso mehr freue ich mich, dass du mich gefunden hast und vor allem, dass du aus meinen Blogartikeln schon was für dich ziehen konntest. Das ist das, was ich damit erreichen möchte!
    Wo und wann soll es denn bei deiner Weltreise losgehen?

    Alles Liebe
    Olli

    • Antworten

      Shi

      21. Juli 2016

      Ich möchte mit meiner Reise dem Winter entfliehen. Anfang November geht es los.
      Starten werde ich mit ein paar Tagen in Budapest, von da soll es über Kroatien nach Griechenland gehen. Ich werde langsam reisen, mal hier, mal da ein paar Wochen bleiben. Von Athen möchte ich dann nach Kairo fliegen, Ägypten anschauen. Silvester plane ich am Roten Meer zu verbringen. Weitere Länder die ich besuchen möchte sind Äthiopien, Kenia, Madagaskar und schließlich Südafrika. Von da fliege ich entweder direkt nach Brasilien oder ich verbringe den Sommer über doch in Deutschland bei Freunden und Familie und fliege über nächsten Winter dort hin. Dann möchte ich in die Karibik, Costa Rica, nach Kanada hoch und von da dann nach Asien hinüber. In Südostasien werde ich mit Sicherheit dann eine Weile bleiben. Und einen Abstecher nach Australien habe ich auch eingeplant.
      Wichtig ist mir, das die Reise über alle Kontinente geht, das ich dabei die Zeit habe Länder und Kulturen kennen zu lernen und nicht nur als Tourist da durch zu rennen.
      Ja das ist mein Plan.

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Oliver Haas
Hamburg

Hi! Ich bin Olli und freu mich sehr, dich auf Wolfsmilch begrüßen zu dürfen! Seit 2015 arbeite ich im Sommer für eine Festivalreihe in Hamburg und im Winter zieht es mich in wärmere Gefielde. Nebenbei begann ich als Freelancer im Webbereich und taste mich nun langsam heran an das Leben, das ich führen möchte. Das Leben als Digitaler Nomade. Also unabhängig mein Geld mit Dingen verdienen, die mir Spaß bringen. Und das nahezu von jedem Ort der Welt aus. Meine Erfahrungen möchte ich hier mit dir teilen. Im "Rucksack" wirst du Artikel und Stories rund ums Reisen und alles was dazu gehört finden. "Laptop" versorgt dich mit Wissen und Anregungen über das Arbeiten als Digitaler Nomade und Freelancer. Und "Rekorder" stellt dir interessante Menschen vor, die etwas gemeinsam haben: Sie alle haben ihr Ding durchgezogen. Tust du das auch?

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