Nebenberuflich selbstständig
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Nebenberuflich selbstständig – Warum dein Online-Business + Nebenjob ein guter Start ist

By on 3. Juni 2016

Ein Bekannter von mir arbeitet als Sidepreneur, also ist neben seinem Vollzeitjob in einem Unternehmen noch selbstständig tätig. Wenn er sich etwas von seinem kostbaren Urlaub nimmt, um in dieser Zeit dann nicht den Bauch in die Sonne zu recken sondern bei seinen eigenen Projekten richtig Gas zu geben, verstehen das nicht viele seiner Mitmenschen. „30 Tage Urlaub und dann opferst du die Hälfte davon um…zu arbeiten?“

Durch die Leidenschaften lebt der Mensch; durch die Vernunft existiert er bloß. – Chamfort

Bist du einer der Menschen, die das nachvollziehen können? Der sich vorstellen kann, neben seinem Job noch für eine Idee in seinem Kopf stundenlang vor dem Rechner oder dem Skizzenboard zu sitzen? Weil du das Verlangen hast, neben deinem Job noch etwas auszuprobieren, etwas zu lernen, anderen Menschen zu helfen und dir ein zusätzliches Einkommen aufzubauen. Ein Einkommen, das es dir vielleicht irgendwann ermöglicht dein Leben frei und nach deinen Wünschen zu gestalten, ohne vorher ein allzu großes Risiko einzugehen und auf Sicherheit ganz zu verzichten.

Nebenberuflich selbstständig – Experimentierfreude trifft Sicherheitsdenken

Das Ding mit der existenziellen Sicherheit – Sicherlich der Hauptgrund, warum viele Entrepreneure ihr Ding neben dem Job starten. Ich bin einer davon. Von Mai bis September habe ich eine halbe Stelle (2o Stunden) im Veranstaltungsbereich, die zwar im August dann locker die 40 Stunden pro Woche übersteigt, mir aber dafür in der restlichen Zeit die Möglichkeit gibt, Zeit in diesen Blog und meine Tätigkeit als Freelancer zu investieren. Zusätzlich bin ich in diesen Monaten durch ein geregeltes Einkommen abgesichert und muss mich auch nicht um eine freiwillige Krankenkasse kümmern. Klingt doch gut oder?

Ich bin also finanziell gestützt und kann somit entspannter an meine eigenen Projekte gehen. Klar ist meine Arbeitswoche dann nicht immer auf Montag bis Freitag beschränkt und ich klappe auch nicht jeden Tag um 17 Uhr den Laptop zu. Dafür muss und möchte ich einfach einiges an Zeit in meine Arbeit investieren. Was mich antreibt? Die Lust darauf, etwas Selbstständiges zu schaffen.

The greatest mistake you can make in life is to be continually fearing you will make on. – Elbert Hubbard

Du merkst also, dass das Modell „Nebenberuflich selbstständig“ durchaus einige Vorteile, genauso aber seine Nachteile hat. Ich Folgenden habe ich dir Pros und Contras mal zusammengefasst:


Vorteile:

  • Du brauchst keine großen finanziellen Rücklagen um mit deiner Selbstständigkeit zu starten, da du mit deinem festen Job weiterhin ein Gehalt am Monatsende bekommst.
  • Der Druck, schnell und zügig abzuliefern wird dir dadurch erstmal genommen.
  • Und auch deshalb kannst du erstmal viel mehr ausprobieren und experimentieren.
  • Als Sidepreneur meldest du am besten erstmal ein Nebengewerbe an, bist über deinen Arbeitgeber versichert und hast insgesamt nicht so hohe Abgaben. Kurzum: Du sparst dir viel Bürokratie und auch Geld.

Nachteile:

  • (Vollzeit-)Job + Online-Business ist nicht ohne. Hallo Zeitmanagment, wie funktionierst du?
  • Du bist zeitlich weniger frei und flexibel. Der Abend und die Wochenenden werden öfter mal für dein Business und/oder deine Kunden reserviert sein.
  • Prozesse und die Entwicklung deines Blog/Online-Business ziehen sich länger. Hier ist Geduld und Durchhaltevermögen erforderlich.
  • Nicht jedes feste Arbeitsverhältnis erlaubt dir die Ausübung einer selbstständigen Nebentätigkeit. Checke da unbedingt deinen Arbeitsvertrag und spreche mit deinem Arbeitgeber.

Sidepreneur sein bedeutet also im Prinzip weniger Risiko und Geld gegen wenig Zeit und viel Investition in Zeitmanagment einzutauschen. Du wirst dich daran gewöhnen müssen zu arbeiten, wenn deine Freunde mit einem Bier im Park sitzen. Dafür besitzt du alle Sicherheiten durch dein festes Arbeitsverhältnis und hast so die Möglichkeit viel mehr mit deinem Business auszuprobieren. Als Vollzeit-Entrepreneur hingegen musst du sobald wie möglich ein stabiles Einkommen erzielen.

Dein Teilzeitjob soll dir nicht nur das Brot geben

Ich persönlich kann dir das Modell „Teilzeitjob + Nebengewerbe“ wärmstens empfehlen. Für mich ist es der beste Kompromiss zwischen Sicherheit und Entfaltungsmöglichkeiten. Ein Fulltime-Job neben deiner Selbstständigkeit frisst schon sehr viel Kraft und Zeit. Ist aber natürlich genauso machbar, wenn du hinter deiner Sache stehst. Dennoch lässt ein Nebenjob auf Basis einer halben Stelle sehr viel mehr Spielraum zu. Seh deinen Nebenjob aber nicht nur als puren Brotjob an. Es wird dir auf Dauer keinen Spaß machen, wenn du dich jedesmal in die Arbeit quälst und 100% deiner Leidenschaft nur deinem eigenen Business gehören.

Im Gegenteil: Du solltest diesen Job als Bereicherung für deine gesamte Arbeit sehen. Als erfrischende Abwechslung und Möglichkeit, Dinge (und mögen sie auf den ersten Blick garnicht so offensichtlich sein) zu lernen. Stichwort: Softskills. Stichwort: Kontakte knüpfen. Stichwort: Über dich selbst lernen. Versuche genauso aufmerksam und achtsam in diesen Job zu gehen wie in deine eigenen Projekte. Natürlich kann dir nicht jede Art von Arbeit viel zurück geben, das ist mir klar. Versuche deinen (Neben)-Job deshalb nach folgenden Kriterien zu suchen:

  • Es sollte möglichst eine Festanstellung sein, bei der dein Arbeitgeber Krankenkasse und andere Abgaben übernimmt und du ein Netto-Gehalt für deine Leistung bekommst, mit dem du zufrieden bist.
  • Du solltest dich mit deinem Arbeitgeber und deinen Kollegen menschlich verstehen, also auch mal ein gutes Gespräch über das Wetter hinaus führen können
  • Dein Job soll dich so gut es geht geistig und/oder körperlich herausfordern…
  • …und eine Abwechslung zu deiner selbstständigen Tätigkeit darstellen.

Erfüllt dein Job diese Bedingungen, dann kannst du dich voll und ganz auf deine Selbstständigkeit konzentrieren und stellst auch sicher, dass du in deinem Teilzeitjob nicht komplett einrostest und abstumpfst. Ich nehme jetzt einfach mal an, dass deine Selbstständigkeit im Bereich (kreative) Medien oder Kommunikation liegt. Wahrscheinlich arbeitest du als Texter, Fotograf, virtueller Assistent, Social-Media-Manager, Grafikdesigner, Konzepter oder Programmierer. Vielleicht bloggst du auch zusätzlich oder bist gleich komplett mit deinem eigenen Produkt selbstständig. Jedenfalls gehe ich davon aus, dass du für deine selbstständige Tätigkeit sehr viel Zeit vor dem Computer verbringst.

In meinen Tätigkeiten als Texter, Blogger und Konzepter tue ich das jedenfalls und freue mich, dass mein Teilzeitjob im Veranstaltungsbereich auch viel körperliche Arbeit unter freiem Himmel behinhaltet und so für mich die perfekte Abwechslung zum Schreibtisch darstellt. Deshalb kann ich dir bei deiner Suche nach einem Job nur raten es mir gleich zu tun. Such dir einen Job, der dir Abwechslung, ein okayes Gehalt und entspannte Kollegen beschert. Dann hast du den Kopf frei für deine anderen Projekte. Work-Work-Balance könnte man das dann nennen. Vielleicht kannst du ja auch deinen augenblicklichen Vollzeitjob auf eine halbe Stelle reduzieren. Schon mal mit deinem Chef darüber gesprochen?

In welchen Bereichen bieten sich Teilzeitjobs besonders an?

Bleiben wir bei dem wichtigen Punkt mit der Abwechslung, dann fallen für dich wahrscheinlich, genauso wie für mich andere Jobs am Schreibtisch eher raus. Das ist und bleibt natürlich Geschmackssache und hängt auch von deiner selbstständigen Tätigkeit ab. Fakt ist: Teilzeitjobs gibt es fast in jeder Branche. Manche laufen auch eher unter dem Begriff „Aushilfsjob“ oder stellen eine Vertretungsstelle für einen temorär ausgefallenen Mitarbeiter da. Ein weiterer Fakt ist: Manche der Jobs stellen keinen besonders großen Anspruch an dich, aber dafür ist oft auch keine besondere Ausbildung nötig. In den meisten Jobs bist du schnell drin und kannst innerhalb von wenigen Tagen deine Arbeit selbstständig ausführen.

Die oben beschriebenen Kriterien für den Teilzeitjob kann nicht jeder dieser Tätigkeiten erfüllen, dennoch solltest du versuchen bei der Jobsuche möglichst darauf zu achten. Du suchst ja auch keinen Ferienjob für vier Wochen, sondern eine feste Stelle für ein Jahr oder länger. Wir erinnern uns: Eine feste Stelle, die dich nicht nur absichert, sondern dich wenigstens auch ein bisschen fordern soll und eine Abwechslung darstellen soll.

Durchforstet man das Netz nach Teilzeitjobs stößt man auf folgende Stellenbörsen:

Ausschreibungen vor allem für Vollzeitjobs findest du z.B. auf:

Und auch jede größere Stadt hat ihre Facebook-Gruppen für Jobsuchende von der Aushilfskraft bis zur Vollzeitstelle. Die Bereiche in denen Teilzeitjobs angeboten werden, sind vielfältig. So findest du zum Beispiel Angebote als:

  • Fahrer
  • Hotline-Mitarbeiter/Kundenservice
  • Promotion
  • Mitarbeiter in der Gastronomie
  • Buchhalter
  • Messebauer
  • Helfende Hand im Veranstaltungsbereich
  • Verkäufer
  • Krankenpfleger (Ausbildung bedingt erforderlich)
  • Küchenkraft
  • Kaufmännische Assistenz
  • Mitarbeiter bei Film und Fernsehen
  • Tauchlehrer (Ausbildung erforderlich)
  • Yogalehrer (Ausbildung erforderlich)
  • Fotograf
  • Social-Media-Manager

Wie funktioniert das mit Steuern und Krankenkasse als nebenberuflich Selbstständiger?

Steuern und Krankenkasse sind keine große Sache. Wie oben ja schon beschrieben übernimmt bei einer festen Stelle dein Arbeitgeber die Abgabenzahlungen. Das ist dann das, was von deinem Bruttolohn wegfällt. Wichtig ist dabei, dass du deine Krankenkasse auch nochmal unterrichtest, sobald du eine Zusage für einen festen Job hast. Bei den Steuern ist es vor allem als Teilselbstständiger auch keine große Sache. Du notierst alle deine Ausgaben, die über das Jahr hinweg für deine selbstständige Tätigkeit angefallen sind (Software, Fachbücher, geschäftliche Fahrten,…) und notierst sauber alle deine Rechnungen die du gestellt hast in einem Rechnungsbuch. Die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben wird dann die Höhe deiner Steuerabgaben festlegen. Über das Thema werde ich nochmal einen ausführlicheren Artikel verfassen.

It’s all about passion!

Ich hoffe sehr, dass ich dir ein paar Fragen zum Thema „Nebenberuflich selbstständig“ beantworten konnte. Fassen wir doch nochmal die Kernpunkte kurz und knackig zusammen:

Du bist selbstständig, weil:

  • Es dich reizt, eigene Ideen und/oder Produkte umzusetzen
  • Du dein eigener Chef sein und eigene Entscheidungen treffen möchtest
  • Keine Lust hast, bis zu deiner Rente in einem Vollzeitjob zu verbringen
  • Dein Leben freier und bewusster gestalten möchtest
  • Dir deine Work-Life-Balance bewusst zu gestalten, sehr am Herzen liegt

Du möchtest neben deiner Selbstständigkeit weiterhin arbeiten, weil:

  • Du nicht auf eine gewisse soziale und finanzielle Sicherheit verzichten willst
  • Dir Abwechslung und neue soziale Kontakte wichtig sind

Dir ist dabei wichtig, dass:

  • Dein Job dich absichert und dir Abwechslung bietet
  • Dein (Teilzeit-)Job noch zulässt, dass du deine Selbstständigkeit vorran treiben kannst

Dir ist bewusst, dass du:

  • Dabei einiges an Freizeit opfern wirst
  • Es Höhen und Tiefen geben wird
  • Der Erfolg für dein Produkt oder deine Ideen sich nicht sofort einstellt

Ich wünsche dir von Herzen viel Erfolg bei der Suche nach dem passenden Job für dich! Solltest du ihn nicht gleich finden, dann geb nicht zu schnell auf. Schließlich investierst du damit auch in deine Zukunft. Vor allem, wenn deine Selbstständigkeit dich finanziell noch nicht alleine tragen kann. Halt die Augen offen, frag Freunde und Bekannte und überlege dir worauf du Lust hast und was sich am besten für dich anbietet. Vielleicht kannst du deinen Teilzeitjob nach einem Jahr schon kündigen, weil es so gut mit deinem Business läuft. Dann Glückwunsch! In dieser Zeit solltest du aber die Balance zwischen beiden Tätigkeiten finden. Egal ob als Virtueller Assistent und Hotline-Mitarbeiter oder Messebauer und Grafikdesigner. The world is yours!

 

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Oliver Haas
Hamburg

Hi! Ich bin Olli und freu mich sehr, dich auf Wolfsmilch begrüßen zu dürfen! Seit 2015 arbeite ich im Sommer für eine Festivalreihe in Hamburg und im Winter zieht es mich in wärmere Gefielde. Nebenbei begann ich als Freelancer im Webbereich und taste mich nun langsam heran an das Leben, das ich führen möchte. Das Leben als Digitaler Nomade. Also unabhängig mein Geld mit Dingen verdienen, die mir Spaß bringen. Und das nahezu von jedem Ort der Welt aus. Meine Erfahrungen möchte ich hier mit dir teilen. Im "Rucksack" wirst du Artikel und Stories rund ums Reisen und alles was dazu gehört finden. "Laptop" versorgt dich mit Wissen und Anregungen über das Arbeiten als Digitaler Nomade und Freelancer. Und "Rekorder" stellt dir interessante Menschen vor, die etwas gemeinsam haben: Sie alle haben ihr Ding durchgezogen. Tust du das auch?

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