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Freelancer werden in 8 Schritten

By on 13. Dezember 2015

Der Begriff Freelancer klingt ja schon cool. Der Gedanke dahinter ist auch sexy.

Als Freelancer bist du Freiberufler und arbeitest, wie der Name es vermuten lässt, frei an verschiedenen Projekten oder findest Lösungen für Probleme deiner Kunden. Dafür gehst du nicht von 8 bis 17 Uhr in ein Büro sondern arbeitest in der Regel ortsunabhängig, hältst aber engen Kontakt mit deinem Kunden. Im Idealfall bist du natürlich nicht ganz unerfahren in deinem Tun und Spaß sollte es dir auch machen. Also, wer will Freelancer werden?

Du kannst etwas mit dem du selbstständig Geld verdienen möchtest und bist dir nicht sicher wie die ersten Schritte dabei aussehen? Tadaa! Hier kurz und knackig die in meinen Augen wichtigen ersten 8 Schritte, die dich zum Freelancer werden lassen.

Da ich hier vor allem aus eigener Erfahrung schreibe und selbst ein Nebengewerbe betreibe werde ich in den folgenden Punkten verstärkt auf diese Unternehmensform eingehen.

Als ersten Schritt sollte man die nötige Motivation nennen. Aber ich gehe einfach mal davon aus, dass dein Wille echt und groß genug ist um beim Amt dein eigenes Gewerbe anzumelden. Als Freelancer oder  digitaler Nomade zu leben ist sicherlich nicht für jeden etwas und es gibt einige plausible Gründe es nicht zu tun, genauso wie dieser Lifestyle dich maximal erfüllen kann. Über die Vor- und Nachteile gehe ich aber in einem zukünftigen Artikel genauer ein. Schauen wir uns nun mal die wichtigsten Schritte zum Freelancer/Freiberufler an.

 

1. Deinen Arbeitsvertrag lesen

Möchtest du ein Gewerbe neben deinem festen (Teilzeit-)Job, also ein Nebengewerbe starten solltest du unbedingt vorher deinen Arbeitsvertrag checken. Gesetzlich kann dir dein Arbeitgeber deine Teilselbstständigkeit nämlich nicht verbieten, sofern eben im Arbeitsvertrag nichts anderes steht. Findest du im Vertrag dazu nichts musst du offiziell deinen Chef auch nicht über deinen Plan informieren. Ich persönlich plädiere aber für einen offenen Umgang. Eventuell kann dein Arbeitgeber dir sogar Tipps geben, er ist ja schließlich selbstständig:)
Startest du ein komplett eigenständiges Business ist dieser Punkt für dich natürlich hinfällig.

2. Nebengewerbe anmelden

Deine selbstständige Tätigkeit anzumelden ist nicht schwer und auch nicht zeitaufwändig.
Du suchst dir das Gewerbeamt in deiner Nähe aus und stellst dort deinen Gewerbeantrag gegen eine Gebühr von 10-60€. (Je nach Kommune) Alles was das Amt von dir braucht ist dein Personalausweis und die Bezeichnung des Gewerbes. Also zb „Büroarbeiten“, „Fotograf“ oder „Designer“.
Als Fotograf hast du beispielsweise auch die Möglichkeit freiberuflich zu arbeiten und würdest dir die Gewerbeanmeldung sparen. Ob Gewerbe oder Freiberufler wird laut Gesetz so definiert:
Laut §15 Abs. 2 Einkommensteuergesetz ist ein Gewerbebetrieb: Eine selbständige, nachhaltige Betätigung, die mit der Absicht unternommen wird, Gewinn zu erzielen und die sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt, außer es handelt sich um die Ausübung von Land- und Forstwirtschaft, eines freien Berufs oder sonstiger selbstständiger Arbeit.

Das Einkommensteuergesetz §18, Absatz 1 definiert die freiberufliche Tätigkeit: Freiberufler ist, wer selbstständig und eigenverantwortlich tätig ist und eine wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit ausübt.

Noch was: Achtung bei Berufsgenossenschaften! Ich habe zu Beginn meiner Teilselbstständigkeit auch als Umzugshelfer gearbeitet und dies beim Amt angegeben. Da kamen dann flugs mehrere Schreiben und eine Pflichtmitgliedschaft der Bundesgenossenschaft für Verkehr bei mir an. Da im Zweifel auch vorher informieren, dass es keine bösen Überraschungen und ungeplanten Geldforderungen gibt.
Ein Nebengewerbe anzumelden macht übrigens auch Sinn wenn Du sonst keinen festen Job hast und voraussichtlich erst einmal eher geringe Umsätze machen wirst. Denn mit einem Nebengewerbe darfst du im ersten Jahr 17.500€ verdienen ohne diese versteuern zu müssen.

3. Finanzamt informieren

Natürlich muss auch das Finanzamt darüber informiert werden, dass du ein Gewerbe gründen möchtest. Oft erledigt das Gewerbeamt das automatisch. Daraufhin bekommst du deine Steueridentifikationsnummer und ein Formular in dem du unter anderem deine geschätzten Einnahmen angeben musst. Meist kann man das sowieso nicht genau vorhersagen aber kalkuliere hier im Zweifel lieber etwas niedriger um eventuell einen überhöhten Steuersatz zu vermeiden. Auch als umsatzsteuerfreies Nebengewerbe ist das Pflicht.

4. Die Krankenkasse muss es auch wissen

Auch wenn du noch einen festen Job hast und darüber versichert bist sollte deine Krankenkasse über deine Teilselbstständigkeit in Kenntnis gesetzt werden. Eventuell musst du deine selbstständige Tätigkeit nämlich nochmal extra versichern.
Bist du komplett selbstständig oder lebst zwischen zwei Festanstellungen nur von deiner Tätigkeit als Freelancer musst du dich auch selbst versichern.

Freelancer werden

5. Kunden finden

Im Idealfall hast du natürlich schon einen Kunden wenn du als Freelancer startest. Dann kann das Gewerbe zusammen mit dem ersten Auftrag gestartet werden. Ansonsten ist die Kundenakquise ein eigenes Thema für sich und würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Wie du als Freelancer an erste Jobs kommst und deine Skills verbessern kannst habe ich in diesem Artikel beschrieben.

6. Rechnungen schreiben

Ein wichtiger Punkt, denn schließlich geht es um das Geld das du als Freelancer verdienst.
Deshalb solltest du dir ein ordentliches System für deine Rechnungen aneignen. Das heißt eine saubere Rechnungsvorlage anlegen und deine Rechnungen unbedingt chronologisch fortführen. Musterrechnungen findest du im Internet oder bei einem Bekannten von dir der selbstständig arbeitet. Oder lass mich doch mal für dich arbeiten, dann bekommst du auch eine Rechnung:)
Wichtig ist, dass du als umsatzsteuerfreies Nebengewerbe diesen Umstand auch in deinen Rechnungen ausweist. Das tust du in dem du folgenden Satz auf deine Rechnungsvorlage packst: Nach §19 Abs. 1 Umsatzsteuergesetz (UStG) wird keine Umsatzsteuer erhoben.

7. Steuern beachten

Auch wer Freelancer werden will muss Steuern zahlen. Egal ob Nebengewerbe oder nicht. Vor der Lohnsteuer bleibst du nicht befreit. Deshalb macht es Sinn von Anfang an Rücklagen für die Steuer Ende des Jahres anzulegen. Steuern sind natürlich ein Thema für sich und nicht umsonst gibt es Steuerberater.
Mir hat ein Gespräch mit einer Steuerberaterin sehr dabei geholfen ein besseres Verständnis dafür zu bekommen und deshalb lege ich dir auch ein einmaliges Beratungsgespräch ans Herz. Schreib dir vorher alles auf, was dir unklar ist und lass es dir dann erklären. Vor allem als nebengewerblicher Freelancer kannst du deine erste Steuererklärung danach in der Regel selbst meistern.
Elster Online ist hierbei eine gute Lösung.

8. Altersvorsorge nicht vergessen

Die Rente ist ja so ne Sache. So genau weiß man eh nicht, was später mal zurück kommt. Dennoch ist die automatische Einzahlung in die Rentenkasse als Festangestellter natürlich sehr bequem. Willst du Freelancer werden musst du jedoch selbst für deine Rücklagen sorgen. Vielleicht sagst du jetzt „Ach was! Als Freiberufler kann ich doch arbeiten bis ich tot umfalle!“ Glaube mir, das wirst du nicht. Auch wenn du es irgendwann soweit gebracht hast ein komplett passives Einkommen zu generieren, macht es durchaus Sinn einen finanziellen Puffer einzurichten. Schließlich geht es nicht nur um deine Altersvorsorge, sondern um jede unvorhergesehene Ausgabe die sich nicht vermeiden lässt. Sei es der unversicherte Laptop, der dir auf den Boden knallt oder eine Durststrecke in deiner Auftragslage als Freelancer.
Deshalb empfehle ich dir: Fang früh damit an dir ein kleines Sparkonto und einen Dauerauftrag dafür anzulegen. Es ist auch ein gutes Gefühl wenn man sagen kann „Hey, ich ballere nicht die ganze Kohle raus sondern schaffe es, mir etwas zur Seite zu legen.“ Solltest du nämlich nicht ständig deinen Laptop kaputt machen, kannst du dir mit dem Geld ja auch mal was gönnen.
Ich hoffe, dass ich dir jetzt ein bisschen mehr Klarheit verschaffen konnte. Da dieser Artikel überwiegend auf meine eigenen Erfahrungen beruht erhebe ich keinen Anspruch auf Richtigkeit. Für Kritik oder Ideen bin ich aber sehr dankbar.

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4 Comments
  1. Antworten

    Daidi

    22. Januar 2016

    hey super geschrieben, bin durch deinen youtube kanal auf den blog gekommen. gefällt mir echt gut. in welche richtung arbeitest du so?

    liebe grüße
    daidi

    • Antworten

      Olli

      25. Januar 2016

      Hey Daidi,

      vielen Dank! Bist du selbst als Freelancer unterwegs?

      Ich arbeite vor allem mit WordPress und bin in den Bereichen Social-Media-Marketing, SEO und Texten tätig.

      Bestes aus Nepal

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Oliver Haas
Hamburg

Hi! Ich bin Olli und freu mich sehr, dich auf Wolfsmilch begrüßen zu dürfen! Seit 2015 arbeite ich im Sommer für eine Festivalreihe in Hamburg und im Winter zieht es mich in wärmere Gefielde. Nebenbei begann ich als Freelancer im Webbereich und taste mich nun langsam heran an das Leben, das ich führen möchte. Das Leben als Digitaler Nomade. Also unabhängig mein Geld mit Dingen verdienen, die mir Spaß bringen. Und das nahezu von jedem Ort der Welt aus. Meine Erfahrungen möchte ich hier mit dir teilen. Im "Rucksack" wirst du Artikel und Stories rund ums Reisen und alles was dazu gehört finden. "Laptop" versorgt dich mit Wissen und Anregungen über das Arbeiten als Digitaler Nomade und Freelancer. Und "Rekorder" stellt dir interessante Menschen vor, die etwas gemeinsam haben: Sie alle haben ihr Ding durchgezogen. Tust du das auch?

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