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Einen eigenen Blog erstellen – 6 wichtige Fakten über das Bloggen

By on 20. März 2017

Bangkok, Dezember 2015: Ich sitze das erste Mal in einem Coworking-Space und bin gerade in den letzten Zügen meines Blog-Launch. Wolfsmilch ist und wird mein Baby. Ich will mich ausdrücken und mitteilen und will anderen Menschen an meinen Erfahrungen als Einsteiger ins Nomadenleben teilhaben lassen. Viele Blogs und Bücher haben mich dazu inspiriert. Jetzt will ich einen eigenen Blog erstellen und loslegen.

Heute, 15 Monate später: Wolfsmilch ist immer noch mein Baby. Herzblut steckt darin. Manchmal aber mehr oder weniger. Warum gelegentlicher Frust aufkommt? Das richtige Konzept hat gefehlt – von Anfang an. Das musste ich mir erst erarbeiten. Genau in diesem Moment, genau mit diesem Artikel und dieser Artikelserie arbeite ich an einem griffigeren Konzept für Wolfsmilch. Denn zum Bloggen gehört eben doch mehr, als einfach nur ein paar Artikel raushauen.

Ob ein Blog für dich und deine Idee Sinn macht und ob du wirklich der Typ für einen Blog bist, wollen wir in diesem Artikel klären. Hier kommen ein paar Fakten und meine Erfahrungen nach 15 Monaten Bloggen.

 

1. Bloggen bedeutet Schreibarbeit

Ein Blog ist zu 90% eine Plattform für deine Texte. Und die haben ein Ziel: Den Besucher deines Blogs zu fesseln und ihn dazu zu bringen, länger auf deinem Blog zu verweilen und im besten Fall immer wieder zu dir zurück zu kommen. Das erreichst du, wenn deine Texte über zwei Merkmale verfügen:

  1. Sie bieten deinem Besucher Mehrwert und geben ihm die Antwort auf eine oder mehrere Fragen
  2. Sie sind gut geschrieben

Weniger gut geschriebene Texte lassen den Besucher meistens schnell das Weite suchen. Auch wenn dein Text die Antwort auf die Frage deines Besuchers war. Blöd gelaufen und alle Mühe war umsonst.

Deshalb solltest du dich unbedingt vorher fragen, ob du wirklich Spaß am Schreiben empfindest oder ob das Verfassen von Blogartikeln eine Qual für dich ist. Zusätzlich musst du pro Artikel a 1000 Wörter mit Recherche, SEO-Optimierung und Formatierung 3-4 Stunden Arbeitszeit rechnen. Erscheint das wenig attraktiv für dich, solltest du deine Energie anders investieren. Die Alternativen wären beispielsweise:

  1. Du kannst Gastautoren dazu beauftragen, die Artikel für deinen Blog zu schreiben. Allerdings musst du dafür natürlich bezahlen und dein Blog verliert damit vermutlich an Authentizität und Persönlichkeit
  2. Such dir einen anderen Kanal: Videos auf YouTube zum Beispiel

Aber hey: Lass dich bitte nicht voreilig vom Schreiben abhalten indem du „Keinen Bock auf Schreiben!“ mit „Ich bin noch unsicher.“ verwechselst! Es gibt einige gute Tools, mit denen du deine Wortakrobatik trainieren kannst und die dich sicherer beim Texten machen. Ich lese zum Beispiel gerade das sehr gute Workshop-Buch „50 Werkzeuge für gutes Schreiben„, das mir Andi Brendt, der Autor von „Boarderlines“ empfohlen hat. Außerdem trainierst du mit jedem Blogartikel deine Schreib-Fähigkeiten und wirst irgendwann selbst merken, wie du immer besser wirst.

Zusammengefasst:

  • Das Schreiben macht dir Spaß? Worauf wartest du dann noch? Begeistere mich und andere mit deinem Blog und lass uns an deinen Geschichten und deinem Wissen teilhaben.
  • Du schreibst nicht so gerne, willst dich aber trotzdem mitteilen und vermarkten? Es gibt noch andere Kanäle, mit denen du Menschen erreichen kannst.
  • Beim Texten fühlst du dich noch etwas unsicher und wenig erfahren? Kein Problem! Für deinen Blog musst du nicht auf Bestseller-Niveau schreiben, sondern in erster Linie deine Leser berühren. Solange du Lust am Schreiben hast, wirst du automatisch besser.

 

2. Achtung: Ein Blog ist kein eigenes Business!

Ich habe in Punkt 3 einen Blog als sehr guten Marketingkanal angepriesen. Und genau das ist nämlich der Punkt: Ein Blog mit einem guten Konzept dahinter ist ein ausgezeichneter Marketingkanal. Der Satz vieler Blogger-Einsteiger ist aber nach wie vor „Ich will mal von meinem Blog leben.“ oder „Ich will mit meinem Blog viel Geld verdienen.“.

Lass uns hier mal kurz die Fakten betrachten: Ja, es gibt Blogger die von ihrem Blog leben können. Auf diesen Seiten tummeln sich monatlich viele tausend Besucher, die oft eine eigene Community um den jeweilen Blog bilden. Diese Blogger leben von den Einnahmen durch Affilliate-Links, Produktempfehlungen, gesponsorten Beiträgen und teilweise auch den Verkauf eigener Produkte.

Allerdings sind auch solche Top-Blogs abhängig von den Provisionen ihrer Affiliate-Partner (Amazon, etc.). Kürzt beispielsweise ein Partner die Provision um 50%, erhältst du auch 50% weniger Vergütung für die Produkte, die via Affiliate-Link von einem Besucher über deinem Blog beim Partner gekauft wurden.

Ich will dir nichts ausreden, aber solltest du mit deinem Blog nicht eine absolute Top-Nische bedienen, wird es wahnsinnig schwer werden, von deinem Blog „zu leben“. Entwickle lieber sinnvolle Produkte, die du dann durch gute Inhalte auf deinem Blog vermarktest. (Siehe Punkt 3)

Gegen zusätzliche Einnahmen durch passende Affiliate-Links (siehe meine Ressourcen-Seite) ist natürlich nie etwas auszusetzen. Auch Kooperationen mit anderen Herstellern können zum Beispiel vergünstigte Reisen oder kostenlose Produkte für dich springen lassen, über die du dauf deinen Kanälen dann berichtest. Du solltest nur vorsichtig sein, dass du deinen Blog nicht mit Werbung überlädst und in deinen Besuchern den Eindruck erweckst, dass du ihnen an jeder Ecke das Geld aus der Tasche ziehen möchtest. Gute Inhalte sollten immer an erster Stelle stehen.

 

3. Ein Blog ist eine gute Möglichkeit, deine Expertise und dein Wissen zu vermarkten

Mit ansprechenden Artikeln, in denen du über deine Erfahrungen und dein Wissen schreibst schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum Einen laden gute Artikel zum Weiterstöbern auf deinem Blog ein und zum Anderen überzeugst du den Leser mit ansprechenden Inhalten als „Experte“ auf deinem Gebiet. Dies hat zur Folge, dass sich dein Leser vermehrt für deine eigenen Produkte aus deinem Fachbereich interessiert, die du auf deinem Blog/deiner Website vermarktest.

Stell dir vor: Du reist und fotografierst gerne und schreibst auf deinem Blog über deine Erfahrungen mit der Kamera. Dein Leser bekommt bei dir also nützliche Tipps und kommt deshalb immer wieder auf deinen Blog, weil er weiß, dass er bei dir Antworten zu seinen Fragen bekommt. Warum also nicht ein E-Book oder einen Videokurs zum Thema „Fotografieren auf Reisen“ anbieten? Als kostenloses Goodie („Freebie“) für deine Newsletter-Abonnenten könntest du eine kleine Zusammenstellung deiner schönsten Aufnahmen aus Südamerika anbieten.

 

4. Du verschaffst dir Zutritt zu einer Community oder gründest selbst eine

Soziale Medien heißen nicht umsonst so. So ziemlich für jedes Blogging-Thema gibt es Gruppen und Foren auf Facebook und auch sonst im Internet. Tausche dich mit deinen „Blogger-Kollegen“ aus und lerne von ihnen. Gastbeiträge oder Kommentare sind ebenfalls sinnvolle Möglichkeiten der Kommunikation unter Bloggern. Auch offline finden Meet-Ups, Messen (Die ITB in Berlin ist ein Mekka für Reiseblogger) und Events zu vielen Themenbereichen aus der Blogger- und Digitalen Welt statt. Vernetzung ist absolut wichtig. Ich kann es dir nicht oft genug sagen.

 

5. Du lernst durch das Bloggen

Bei jedem Projekt in das du Zeit und Übung investierst bekommst du am Ende eigene Erfahrung zurück. So wird es auch mit deinem Blog sein. Schau dir die ersten Punkte nochmal an: Du wirst deine Schreib-Skills und Verständnis für Marketing verbessern und dein Austausch mit anderen Bloggern wird dich nach vorne bringen. Bei jeder Recherche für einen Blogartikel wirst du neues Wissen erlangen. Und bei jedem Problem mit deinem Blog wirst du früher oder später eine Lösung erarbeiten. Vorausgesetzt du investierst Zeit und Geduld.

 

6. Dein Blog sollte ein Konzept haben

Ohne ein klares Ziel, wirst du einfach mal fröhlich drauf los bloggen. Klar, warum nicht? Probier dich doch einfach mal aus. Aber spätestens nach deinen ersten Blogartikeln solltest du damit beginnen, dir ein Konzept für die Zukunft zu machen. Du fragst mich? Würde ich nochmal einen Blog starten, wäre das Konzept von Anfang an dabei. Ganz klar!

Dein Konzept für deinen Blog und deine sozialen Kanäle kann folgende Punkte enthalten:

  • Wie sieht deine Zielgruppe aus?
  • Wie kannst du die Fragen und Probleme deiner Zielgruppe beantworten und lösen?
  • Was soll die Message deines Blogs sein?
  • Wie bist du im Gegensatz zu deinen Mitbewerben aufgestellt?/ Wodurch kannst du im Wettbewerb herausstechen?
  • Wie soll dein Image aussehen?
  • Möchtest du längerfristig deine eigenen Produkte über deinen Blog vermarkten?
  • Wie sehen deine Marketingmassnahmen dafür aus?

Mit einem guten Konzept sparst du dir später Zeit und Aufwand durch diverse Anpassungen, Änderungen und Verwerfungen. Die werden auch mit Konzept stattfinden. Aber dann als Folge deiner Auswertungen, beruhend auf deinem Konzept.

 

Einen eigenen Blog erstellen – Das Fazit:

Immer wieder stolpere ich über „aufgegebene“ Blogs. Webseiten, auf denen der letzte Beitrag das Datum von vor 8 Monaten trägt und man erkennt, dass die Autorin oder der Autor dahinter von den Blogging-Ambitionen abgelassen hat. Oder eben ablassen musste. Weil die Zeit nicht reichte oder der erhoffte schnelle Erfolg aus blieb.

Deshalb: Mach dir ein Konzept für deinen Blog und dein Business dahinter. Je früher desto besser. Schätze realistisch ein, wie viel Zeit du pro Woche in deine Website investieren möchtest und rechne nicht damit, dass Besucherzahlen und Newsletter-Abonnenten direkt durch die Decke schießen. Guter Content braucht seine Zeit, um sich zu etablieren. Vielleicht ein Jahr, vielleicht zwei Jahre.

Das oberste Ziel deines Blogs sollte immer sein: Die Fragen und Probleme deiner Zielgruppe zu beantworten und zu lösen. Das ist kein Hexenwerk, wenn du Geduld und den Willen zu lernen mit bringst. Und natürlich die Lust am Schreiben.

(Noch in Arbeit:) Mein Artikel-Guide zu deinem ortsunabhängigen Leben als Business-Blogger und Freelancer:

  1. Ortsunabhängig arbeiten und leben – was für dich?
  2. Einen eigenen Blog erstellen – 6 Fakten über das Bloggen
  3. Wie ein Blog als Marketingkanal funktioniert
  4. Warum du als Blogger und Selbstständiger netzwerken solltest – Auch wenn du schüchtern bist
  5. Wie du mit Social Media dein Business rockst
  6. Krankenkasse, Steuern, Finanzen und Gewerbe als Digitaler Nomade
  7. Wie du ganz easy deine erste Website mit WordPress erstellst
  8. Das Modell „Teilzeitjob + Selbstständigkeit“ als leichter Start
  9. Storytelling – Wie du deine Geschichte gut verkaufst
  10. Produktiv anstatt viel Arbeiten – 8 Tipps für mehr Fokus
  11. „Meine Familie versteht mich nicht“ – Keine Angst davor, was dein Umfeld über dich denkt

 

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2 Comments
  1. Antworten

    Shi

    23. März 2017

    Hallo Olli!

    Ein guter und wahrer Artikel zum Thema Bloggen.
    Man braucht viel Geduld und Ausdauer, um einen Blog am leben zu erhalten.
    Ich schreibe sehr gerne, weswegen es bei mir nicht so schlimm ist.
    Es ist auch richtig, wie du schreibst, den Blog eher als Marketing-Kanal zu sehen und nicht als eigenständiges Buisness.

    Auf meinem eigenen Blog shi-digitalnomad.de schreibe ich über meine Fortschritte und auch darüber was nicht so gut läuft auf meinem Weg. Geld verdiene ich als Freelancer mit meinem Unternehmen Shidigital, welches ich auch über den Blog vermarkte.
    Das ganze steckt noch in den Kinderschuhen und es reicht noch nicht zum leben.
    Aber ich mache Fortschritte.

    MfG aus Koh Lanta, Thailand
    Shi

    • Olli
      Antworten

      Olli

      24. März 2017

      Hey Shi,

      vielen lieben Dank und freut mich, dass dir mein Artikel gefällt!
      Deinen Blog kenne ich und verfolge deine Reise auch immer wieder:)

      Viel Erfolg weiterhin!
      OLli

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Oliver Haas
Hamburg

Hi! Ich bin Olli und freu mich sehr, dich auf Wolfsmilch begrüßen zu dürfen! Seit 2015 arbeite ich im Sommer für eine Festivalreihe in Hamburg und im Winter zieht es mich in wärmere Gefielde. Nebenbei begann ich als Freelancer im Webbereich und taste mich nun langsam heran an das Leben, das ich führen möchte. Das Leben als Digitaler Nomade. Also unabhängig mein Geld mit Dingen verdienen, die mir Spaß bringen. Und das nahezu von jedem Ort der Welt aus. Meine Erfahrungen möchte ich hier mit dir teilen. Im "Rucksack" wirst du Artikel und Stories rund ums Reisen und alles was dazu gehört finden. "Laptop" versorgt dich mit Wissen und Anregungen über das Arbeiten als Digitaler Nomade und Freelancer. Und "Rekorder" stellt dir interessante Menschen vor, die etwas gemeinsam haben: Sie alle haben ihr Ding durchgezogen. Tust du das auch?

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