Digitaler Nomade wie anfangen
Laptop

Mein langer Weg zum „Ich weiß was ich will!“

By on 16. Juli 2016

Im Spätsommer 2013 kam ich zum ersten Mal bewusst mit dem Begriff „Digitaler Nomade“ in Kontakt. Damals verbrachte ich die ausgedehnten Pausen während des Schreibens meiner Bachelorarbeit oft mit Lesen auf unserem sonnigen WG-Balkon. Darunter waren die beiden Klassiker Die 4-Stunden-Woche und Die Kunst, anders zu leben. Beides Bücher mit unfassbar großem Input. Aber, wie bereits in meinem Artikel Woher ich komme und wohin ich will beschrieben, dauerte es noch eine Weile, bis ich meinen Weg fand.

Wie ich angefangen habe, Digitaler Nomade zu werden

Heute kann ich dir beantworten, warum es von der Lektüre dieser Bücher bis zu meiner Gewerbeanmeldung so lange gedauert hat. Ich weiß, dass ich sehr unsicher war und den Gedanken, ortsunabhängig zu arbeiten gar nicht ernsthaft aufgegriffen habe. Nach dem Studium und meiner ersten längeren Auslandsreise habe ich mich erstmal nach Praktika umgesehen. Mich für feste Stellen zu bewerben, habe ich gar nicht in Erwägung gezogen.

Warum? Ich war unsicher, weil ich mir selbst viel zu wenig zugetraut habe. Ich hatte zwar Lust, den ein oder anderen Job auszuprobieren, aber nicht das Gefühl, gut genug dafür ausgebildet zu sein oder geschweige denn, genug Erfahrung mitzubringen. Und ich habe den Input, den ich schon durch Bücher und die ersten Blogs erhalten habe, nicht in eigene Ideen umgesetzt. Dafür könnte ich mich manchmal heute in den Allerwertesten beißen. Andererseits kommt es eben immer, wie es kommt und hinterher ist man meist schlauer – zum Glück!

Ich habe den richtigen Input gefunden

Auch wenn es eine Zeit gedauert hat, bis sich bei mir der Schalter umgelegt hat: Ich bin unendlich froh darüber, vor drei Jahren auf diese Bücher und Blogs gestoßen zu sein. Etwas in mir, wollte eben schon immer raus und sich andere Wege offen halten. Diese Quellen haben mich positiv beeinflusst und schlussendlich diese Stimme richtig laut werden lassen. Oft benötigt man Antrieb und Inspiration und da ist das Internet eines der größten Geschenke. Auch wenn es heute nicht mehr unbedingt einfach ist, aus der Fülle von Informationen die passende herauszufiltern. Ein paar meiner inspirierendsten Quellen habe ich auch in meinem Artikel Woher ich komme und wohin ich will genannt.

Ich war planlos

„Planlos? Nicht unbedingt ein Zustand, der jemanden voranbringt.“, denkst du jetzt sicherlich. Eigentlich würde ich dir dabei vollkommen zustimmen. Im Nachhinein, bin ich aber eben auch froh, dass ich längere Zeit keinen konkreten Plan verfolgen konnte. Ich habe diese Zeit dennoch genutzt und mich von vielen Dingen beeinflussen und inspirieren lassen. Habe mir Geschichten angehört und gelesen. Nicht nur die oben angesprochenen Quellen, sondern auch die Geschichten der Menschen um mich herum. Was bewegt sie? Was ist ihr nächster Schritt? Dabei konnte ich durch verschieden Erfahrungsberichte von vornherein die ein oder andere Option für mich direkt ausschließen und habe mir schließlich meine eigenen Ziele langsam definiert. Deshalb mein Tipp an dich: Kapituliere und schäme dich nicht dafür, gerade keinen Plan zu haben. Nutze stattdessen deinen freien Kopf und lasse dich von anderen Menschen und Geschichten inspirieren.

Keinen Plan zu haben, bedeutet, vor sich ein großes unbeschriebenes Blatt Papier liegen zu haben, das gefüllt werden möchte.

Ich habe mich auf den Weg gemacht

Irgendwann habe ich mich dann getraut, konkretere Ziele ab von einer Festanstellung oder einem Praktikums-Marathon zu haben. Der Gedanke, selbstständig zu sein und zu arbeiten machte mich immer mehr an. Meine erste Kundin kam und ich machte mich daran, meine Stärken zu finden – ich habe mich ausprobiert. Und das tue ich jetzt, eineinhalb Jahre später immer noch. Mein Umfeld hat mich oft kritisiert, aber dennoch hatte ich mich schließlich für diesen Weg entschieden. Mit den ersten Jobs als Freelancer kam auch das erste richtige Vertrauen in mich selbst. Das, was mir vorher gefehlt hat. Ein großes Schild, auf dem Leuchtbuchstaben sagen „Ja, das ist dein Weg!“

Ich höre nicht auf zu lernen

Wenn du schon etwas öfter auf Wolfsmilch vorbeigeschaut hast, dann weißt du: Ich habe als Freelancer angefangen, ohne eine Ausbildung oder große Erfahrungen zu haben. Ich habe mich einfach hingesetzt und mir die Dinge selbst beigebracht und geguckt wie es andere machen. Der Wille zum Selbststudium ist meiner Meinung nach wahrscheinlicher der wichtigste Pfeiler zum ortsunabhängigen Leben. Auch wenn immer mehr Leute diesen Weg anstreben: Ausbildungen gibt es dafür noch nicht. Aber eine starke Community und – ich sags nochmal – eine große Anzahl richtig guter Quellen. Ein „Ich weiß nicht wie das geht.“ muss deshalb keine Bremse mehr für dich sein.

Ich lernte, ehrlich zu sein

Sicherlich bin ich einer der größten Träumer auf diesem Planet. So kommt es mir manchmal vor. Ich träume gerne in den Tag. Das ist aber nur bedingt gut. Denn auch träumen kostet Zeit – so bieder das  auch klingt. Und vor allem hatte ich das Gefühl, dass ich mir mit meiner Träumerei oft etwas vormachte. Ich begann, ehrlicher zu mir selbst zu sein. Gleichzeitig aber auch optimistisch und zuversichtlich. Ich kenne mittlerweile meine Stärken, genauso aber auch meine Schwächen. Ich bin dabei ehrlich zu mir und investiere meine Energie so gut es geht nur in Dinge, bei denen ich überzeugt davon bin, dass es sich für mich lohnt.

Ich habe ein Ziel

Heute habe ich mein Ziel mehr denn je vor Augen. Ich weiß was ich will und was ich nicht will. Ich habe gelernt, nein zu sagen. Auch wenn ich das nicht immer konsequent durchsetze. Ich lerne fast jeden Tag neue Wege, mein Leben zu optimieren und ein Stück zu verbessern. Ich übe mich stets in einem bewussten Lebensstil und versuche so gut es geht, mich selbst zu reflektieren. Genauso wie ich von verschiedenen Quellen inspiriert wurde, möchte ich für andere eine Quelle der Inspiration sein. Ich habe das Gefühl einen Auftrag zu haben. Vor zwei Jahren habe ich mich noch gefragt, wie ich den bestmöglichen Job nach meinem Studium bekommen kann. Heute frage ich mich, wie ich ein gutes Leben führen und etwas weitergeben kann. Denn mein Ziel ist kein Business, das monatlich tausende von Euros abwirft, sondern ein Business, dass es zulässt ein erfülltes Leben zu leben.

Du möchtest ein Leben als Digitaler Nomade führen, weißt aber nicht wo du anfangen sollst? Ich wünsche mir sehr, dass dich das Lesen dieses Blogartikels ein Stück in die richtige Richtung gebracht hat und ich etwas weiter geben konnte, was ich vorher von anderen bekommen habe: Inspiration! Ich danke dir!

 

 

 

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2 Comments
  1. Antworten

    Susie

    13. März 2017

    hm. Deine Gedanken damals sind meine momentane Gedanken. Auch kurz vor dem Abschluss, planlos, träumend. Danke, dass du deine Gedanken geteilt hast – da fühlt man sich gleich etwas weniger verloren und einsam damit. Und macht Mut 🙂

    Liebste Grüße,
    Susie

    • Olli
      Antworten

      Olli

      13. März 2017

      Hey Susie, danke für deine ehrlichen Worte! Seh es so: Dir steht nach deinem Abschluss so ziemlich die ganze Welt offen!:)
      Alles Liebe!
      Olli

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Oliver Haas
Hamburg

Hi! Ich bin Olli und freu mich sehr, dich auf Wolfsmilch begrüßen zu dürfen! Seit 2015 arbeite ich im Sommer für eine Festivalreihe in Hamburg und im Winter zieht es mich in wärmere Gefielde. Nebenbei begann ich als Freelancer im Webbereich und taste mich nun langsam heran an das Leben, das ich führen möchte. Das Leben als Digitaler Nomade. Also unabhängig mein Geld mit Dingen verdienen, die mir Spaß bringen. Und das nahezu von jedem Ort der Welt aus. Meine Erfahrungen möchte ich hier mit dir teilen. Im "Rucksack" wirst du Artikel und Stories rund ums Reisen und alles was dazu gehört finden. "Laptop" versorgt dich mit Wissen und Anregungen über das Arbeiten als Digitaler Nomade und Freelancer. Und "Rekorder" stellt dir interessante Menschen vor, die etwas gemeinsam haben: Sie alle haben ihr Ding durchgezogen. Tust du das auch?

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