Anti-Packliste
Rucksack

Meine Anti-Packliste

By on 27. Juli 2016

Seit vier Monaten bin ich von meinem Trip durch Asien zurück. Die nächste Reise ist schon in Planung und wird in einem Punkt auch eine Premiere für mich sein: Ich werde nur noch mit Handgepäck reisen. Warum? Einfacheres Einchecken am Flughafen, weniger Gewicht am Rücken und weniger Dinge, über die man sich aufregt, weil man sie nur unnötig herum schleppt. In Zukunft will ich kompakter und smarter reisen. Ganz egal ob ich länger an einem Ort war oder auf der Durchreise bin: Ich habe einfach gemerkt, dass ich nicht so viele Dinge BRAUCHE. Hier kommen nun die Dinge, die ich ab jetzt garantiert zu Hause lassen werde.

Meine Anti-Packliste – Weniger ist mehr

1. Zu viel Rucksack

Auch in Asien war ich wieder mit meinem Deuter Traveller Rucksack unterwegs. Der bietet mit 70 Litern plus Daypack wunderbar viel Platz, hat mich aber auch dazu eingeladen, jedes Mal zu viel zu packen. Klar, man hat ja noch Platz. Den muss man ja dann auch voll machen…irgendwie. Aber einen Gefallen hab ich mir dabei nie getan. Etwa die Hälfte des reinen Rucksackinhalts habe ich nie gebraucht oder hätte ich für wenig Geld überall kaufen können.

Ab sofort möchte ich mich also nicht mehr selbst beschummeln und mir unnötig viel Ballast aufhalsen. Ein kompakterer Rucksack in Handgepäckgröße lässt mich da viel reduzierter packen. Im Moment bin ich am Ausprobieren und liebäugle mit einem Pacsafe Venturesafe. Von anderen Nomaden wurde mir auch das Track Jack Board Backpack von Crumpler empfohlen. Laura von Placeless ist damit kürzlich auf ihre Weltreise gestartet.

2. Bücher

Wenn du am Packen bist, dann malst du dir gerne ein paar Situationen auf deiner Reise aus. Stellst sich vor, wie du am Flughafen oder in einem sonnigen Cafe sitzt mit..einem Buch in der Hand. Und ja genau, da gibt es ja diese drölf Bücher, die noch unbedingt gelesen werden müssen. Also nimmst du wenigstens drei davon mit. Kenne ich. Hab ich auch oft so gemacht. Aber auch die Wälzer im Gepäck werden schnell zur Last und haben richtig Gewicht.

Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass der Lesespaß den Stress einfach nicht rechtfertigt. Mein Tipp: Nimm wenn überhaupt, nur ein Buch mit und tausche dann mit anderen Backpackern und Nomads einfach. Fast jede Unterkunft bietet „Book-Exchange“ an, wo du dein gelesenes Buch gegen ein anderes tauschen kannst. Super easy und du verbesserst damit auch noch dein Englisch und stößt auf Bücher, die du sonst nicht entdeckt hättest.

Eine gute kompakte Alternative bietet ein E-Reader wie der Kindle. Tausende von Büchern auf maximal 200 Gramm. Klingt nach einem guten Deal für den smart reisenden Nomaden. Auch wenn du das Gefühl, ein Buch in der Hand zu halten liebst, versuche es praktisch zu sehen. Behalte deine guten Bücher zu Hause und halte für deinen Kindle nach Büchern Ausschau, die du nicht unbedingt nach dem Lesen im Schrank haben musst. Ein weiterer Vorteil ist, dass die E-Books billiger sind als die Kollegen aus Papier. Noch leichter sind dann nur noch Hörbücher.

3. Unüberlegt gepackte Klamotten

Jeans, Sporthose, FlipFlops, Regenjacke, Pullover, Wanderschuhe, Ausgeh-Klamotten, Badekleidung, Mütze, und so weiter. Logo, du willst das ultimative Abenteuer erleben und für alles gewappnet sein. Deswegen brauchst du auch für jede Situation die passenden Klamotten. Ja und nein! Hier scheiden sich wieder die Geister. Aber der Punkt ist, dass viele Klamotten viel Gewicht haben und viel Platz brauchen.

Hier gilt es also wirklich gut zu überlegen und zu optimieren. Wirst du dich nur innerhalb einer Klimazone aufhalten, macht es das um einiges Leichter. In Südostasien brauchst du keine Auswahl an warmen Klamotten. Eine lange Hose, eine Bluse oder ein langärmliges Hemd und eine Regenjacke reichen hier völlig aus. Erstere trägst du, wenn die Klimaanlage auf Antarktis macht und eine Regenjacke wenn es mal etwas mehr als feucht wird. Aber auch hier kannst du abwägen. Denn genauso gut kannst du dich auch überall unterstellen, wenn du nicht gerade in der tiefsten Wildnis unterwegs bist.

4. Reiseführer

Genauso wie bei den Büchern verhält es sich auch mit den Reiseführern. Es ist nett, in ihnen zu schmökern. Aber auch ganz schön old school und unpraktisch. Denn alle wichtigen Infos bekommst du mittlerweile über das Internet oder du kannst sie dir vorher auf deinen Laptop, deinen E-Reader oder dein Tablet laden. Und vor allem für das Handy geht da mittlerweile so einiges. Apps wie CityMaps2Go oder Triposo erlauben es dir, tausende von Karten mit vermerkten Hotspots zu laden und später offline zu nutzen.

Lass die Wälzer zu Hause. Und ganz ehrlich: Willst du auf das Wissen und die Meinung von ein paar Autoren vertrauen? Das Internet bietet dir viel mehr verschiedene Meinungen zu bestimmten Orten, Sehenswürdigkeiten, Routen oder Unterkünften. Die besten Reiseführer sind sowieso die Locals und Langzeitreisenden vor Ort.

5. Reiseapotheke und Hygieneartikel

Auf meinem ersten langen Backpacktrip habe ich ungelogen für etwa 70€ in der Apotheke eingekauft. Von den Tabletten, Salben und Pflastern hab ich effektiv 10% benötigt. In den letzten drei Jahren wohlgemerkt. Auch hier ist es ein schönes Gefühl, top ausgestattet zu sein, aber in der Regel bist du auch unterwegs selten auf Arzneimittelchen angewiesen.  Medikamente werde ich mir, wie auch in Deutschland – in Zukunft nur noch kaufen, wenn ich sie benötige. Genauso werde ich mir Duschgel, Zahnbürste und Zahnpasta einfach vor Ort kaufen.

6. Schlafsack und Handtuch

Einen Schlafsack hatte ich tatsächlich nur auf meiner ersten Tour nach Israel dabei. Und da – rate mal – natürlich kein einziges Mal wirklich gebraucht. Auch wenn es die Dinger noch so kompakt gibt, auf einem längeren Trip brauchst du keinen Schlafsack. Jede Unterkunft bietet dir eigene, frische Bettwäsche oder verbietet Schlafsäcke aus Hygienegründen sogar. Wenn du planst, auf deiner Reise längere Trekking-Touren mit Camping zu machen, dann wäge gut ab. Informiere dich auch hier vorher, ob es nicht entlang deiner Routen Unterkünfte mit eigenem Bettzeug gibt. Gegebenenfalls kaufst du dir einen Schlafsack vor Ort und verkaufst ihn nach deinen Campingtrips wieder vor Ort.

Auch Handtücher können ganz schön Gewicht haben. Dazu nerven sie auch einfach, wenn sie ewig nicht trocken werden. In Ländern mit hoher Luftfeuchtigkeit echt ein Problem. Buah, wie das dann stinkt. Hier gleiche Lage wie bei den Schlafsäcken: Viele Unterkünfte bieten dir Handtücher an. Meistens kostenlos, manchmal auch gegen einen kleinen Aufpreis. Überlege einfach, ob es sich für deine Reise wirklich lohnt, ein Handtuch in den Rucksack zu stopfen oder ob du es nur eine zeitlang (Trekking-Touren, etc.) benötigst. Schneller trocknend und mit weniger Gewicht bieten sich Mikrofaser-Handtücher an. Nicht so komfortabel beim Abtrocknen aber dafür leicht und platzsparend.

Wenig Gepäck und null Erwartungen und Ängste

Wenn du selbst schon länger unterwegs war, kannst du mich wahrscheinlich nur bei den genannten Punkten bestätigen. Weniger ist halt einfach mehr. Das trifft für die Fülle deines Gepäcks genauso zu wie für Erwartungen und Ängste. Engt deine Wahrnehmung ein und beschränkt deinen Wille, dich auf etwas einzulassen. Ich bin mir sicher, dass sich diese Liste bei mir spätestens nach dem nächsten Trip im Winter nochmal aktualisieren wird. Ich halte dich auf jeden Fall auf dem Laufenden.

Was ist bei dir schon auf der Anti-Packliste gelandet? Worauf kannst du locker verzichten und bei welchen Dingen hast du gute Alternativen gefunden? Erzähl mir davon in den Kommentaren.

 

 

 

 

 

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5 Comments
  1. Antworten

    Sabine

    6. August 2016

    Lieber Olli,
    mein Rücken will schon lange nicht mehr schwer tragen und trotzdem reisen. Handtuch: Habe sogar nur ein Minimikrofasertuch von Speedo dabei und sonst einen Sarong, das MuFuTeil schlechthin: Schal, Decke, Rock, Top, Kleid, Strandtuch, bedarfsweise Körperteilbedeckung bei Heiligtumbesichtigung. etc.
    Nie dabei: Regenhülle für meinen Rucksack (da tut es notfalls auch ne Tüte), Fön, Regenjacke- /schirm: Leihe oder kaufe ich bei Bedarf.
    Immer dabei: meine Sonnencreme- wasserfest und äquatorerprobt. Da mache ich keine Kompromisse. Meine Packliste für meinen 6- monatigen Kitesurftrip findest du hier: http://www.lookitiger.com/tag/kitegepack/

    • Olli
      Antworten

      Olli

      7. August 2016

      Hi Sabine!
      Danke dir nochmal für den Tipp mit dem Sarong. Das probiere ich wohl auch mal aus. Sonnencreme ist wegen Handgepäcks-Richtlinien bei mir dann raus und wird vor Ort gekauft.

  2. Antworten

    Hennes

    31. März 2017

    Hallo Oliver,

    ich habe gerade zufällig Dein Foto aus diesem Beitrag auf einer anderen Seite gesehen, von der ich stark davon ausgehe, dass es die Betreiber nicht interessiert, ob die Bilder lizenzfreier sind Universe der werden dürfen.

    https://haartransplantationen.co/warum-sich-fuer-uns-entscheiden/

    Ich habe auf dem Portal sogar andere Bilder gesehen, die nicht so aussehen, als seien sie „legal“ erworben worden, sondern vielmehr einfach aus Google gezogen. So etwas finde ich als Fotograf absolut nicht okay, deshalb finde ich, sollte man gegen einen solchen Bilderdiebstahl rigoros vorgehen. Noch vor vielen Jahren dachte ich „was solls, so werden meine Fotos immerhin bekannter“. Leider kommt bei mir dadurch aber so gar nichts an. Deshalb bekommen solche Bilderdiebe inzwischen durchweg eine Abmahnung durch meinen Anwalt. Vielleicht solltest auch Du dagegen vorgehen, denn ich gehe nicht davon aus, dass die Betreiber dieses Portals zuvor Deine Erlaubnis bekommen haben, das Foto zu verwenden.

    Gruß, Hennes

    • Olli
      Antworten

      Olli

      31. März 2017

      Lieber Hennes,

      danke für deinen Kommentar. Allerdings habe ich und wahrscheinlich die Betreiber der von dir genannten Seite die Bilder legal von unsplash.com heruntergeladen. Das ist eine Plattform die viele tolle Bilder zur kostenlosen und freien Nutzung im Online-Bereich zur Verfügung stellt.

      Auf diese Bilder wirst du im Netz deshalb sicherlich noch öfter stoßen.

      Viele Grüße,
      Olli

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Oliver Haas
Hamburg

Hi! Ich bin Olli und freu mich sehr, dich auf Wolfsmilch begrüßen zu dürfen! Seit 2015 arbeite ich im Sommer für eine Festivalreihe in Hamburg und im Winter zieht es mich in wärmere Gefielde. Nebenbei begann ich als Freelancer im Webbereich und taste mich nun langsam heran an das Leben, das ich führen möchte. Das Leben als Digitaler Nomade. Also unabhängig mein Geld mit Dingen verdienen, die mir Spaß bringen. Und das nahezu von jedem Ort der Welt aus. Meine Erfahrungen möchte ich hier mit dir teilen. Im "Rucksack" wirst du Artikel und Stories rund ums Reisen und alles was dazu gehört finden. "Laptop" versorgt dich mit Wissen und Anregungen über das Arbeiten als Digitaler Nomade und Freelancer. Und "Rekorder" stellt dir interessante Menschen vor, die etwas gemeinsam haben: Sie alle haben ihr Ding durchgezogen. Tust du das auch?

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